Expired Domains

10 goldene Regeln

Expired Domains: 10 goldene Regeln die es bei gelöschten Domains zu beachten gilt.

Der Begriff „Expired Domains“ – oftmals auch als „gelöschte Domains“ oder „Dropped Domains“ bezeichnet – ist sicherlich den meisten Online Marketern und SEOs geläufig. Sie sind nichts weiter als Domains, die von einer Privatperson, einem Unternehmen oder einer Organisation registriert- und nach Ablauf der vertraglich festgelegten Laufzeit (i.d.R. mindestens 12 Monate) nicht mehr verlängert oder gar bewusst gekündigt- und demnach wieder zur Registrierung freigegeben wurden.

Meistens werden Domains natürlich nicht nur für die Mindestlaufzeit von einem Jahr registriert, sondern befinden sich über mehrere Jahre oder Jahrzehnte hinweg in der Obhut des jeweiligen Domaininhabers – und genau diese Gegebenheit macht die gelöschten Domains überhaupt erst interessant!

Die Beweggründe weshalb eine Domain gelöscht oder gekündigt wird sind unterschiedlich, z.B. wurde das unter dem Domainnamen betriebene Webprojekt eingestellt; die Firma hat Insolvenz angemeldet woraufhin das Domainportfolio aufgelöst wurde – und so weiter und so fort, da gibt es ja viele Szenarien die man sich ausmalen kann…

Was gelöschte Domains so interessant macht..

Für die hohe Nachfrage nach Expired Domains gibt es vielerlei Gründe, wobei der wichtigste wohl im Nutzen für die OffPage-Suchmaschinenoptimierung einer Webseite zu finden ist:

Es ist allseits bekannt, dass der Wert einer Webseite – und damit verbunden auch der Wert der davon ausgehenden Backlinks – durch unterschiedliche SEO-Faktoren ermittelt wird. Jeder der schon mal eine eigene Webseite betrieben hat oder betreibt weiß, wie viel Zeit und Arbeit aufgewendet werden muss um eine frisch registrierte Domain überhaupt erst „wertvoll“ zu machen.

Die Werthaltigkeit entsteht im Regelfall nicht von heut auf morgen, sondern erst über die Jahre hinweg, während das Domainalter steigt, regelmäßig frischer Content publiziert- und Backlinks gesetzt werden – Summa summarum die Bekanntheit der Domain und damit verbunden die Domainpoluraität kontinuierlich gesteigert wird. Und genau an dieser Stelle findet sich auch der Knackpunkt, welcher gelöschte Domains so interessant macht.

Wozu also noch eine neue Domain registrieren und jahrelange Arbeit investieren, wenn es auch einfacher geht?

Werthaltigkeit von Expired Domains

Über die Werthaltigkeit von Expired Domains streiten sich die Marketing Experten auch heute noch. Eine fixe Regel zur Wertermittlung für gelöschte Domainnamen gibt es hierbei jedenfalls nicht. Für den einen sind sie nutzlos, für den anderen wiederum Gold wert. Grundsätzlich sollte zwischen drei Typen von Expired Domains differenziert werden, diese wären:

  • Typ-1: Domains, dessen Wert allein durch den Domainnamen definiert werden kann (z.B. eine generische Domain wie „keyword.de“).
  • Typ-2: Domains, dessen Wert nicht durch den Domainnamen, sondern vielmehr durch SEO-Faktoren wie etwa Domainalter, Backlinks, Domain/IP-Pop, Trust usw. bestimmt wird.
  • Typ-3: Domains, bei denen beide der oberhalb erwähnten Kriterien zur Wertermittlung zutreffen, sprich generischer Domainname + SEO Faktoren.

Der reelle Wert der drei oberhalb aufgeführten Domain-Typen findet sich bei den jeweiligen Domain-Abnehmern bzw. Nutzungstypen wieder: Hier gibt es zum einen die

  • Domainhändler, welche die gedroppten Typ1-Domains snappen oder registrieren um sie wieder weiterzuveräußern – und zum anderen
  • gibt es die SEOs, welche die gelöschten Typ2-Domains snappen oder registrieren um die Domain wieder zu reanimieren – in Fachkreisen auch „projektieren“ genannt. In Zuge des Projektierungsprozesses wird versucht die Domain zu monetarisieren, sprich insoweit wiederherzustellen, dass die Domain entweder als Satellitenseite genutzt werden kann um eigene Projekte zu stärken, oder aber um Backlinks zu verkaufen und zu tauschen. Dies nur ganz grob dargestellt. Wie das genau gehandhabt wird werde ich im Verlauf des Artikels noch näher erläutern.
  • Zu guter Letzt gibt es da noch die Webworker, welche eine Mischung der beiden Nutzungstypen 1 und 2 darstellen. Den Begriff „Webworker“ finde ich hierfür am bezeichnendsten, da sich ein Großteil der „altgebackenen Domainer“ inzwischen zu erfolgreichen Webseitenbetreibern entwickelt haben und längst nicht mehr ausschließlich vom stupiden Domainverkauf leben. Umgekehrt gilt das natürlich auch für die SEOs, welche den Wert und die Vorteile von Keyword-Domains längst für sich entdeckt haben.

Expiring Domains vs. Expired Domains

Die beiden Begriffe „Expiring Domains“ und „Expired Domains“ werden oftmals vermischt, dabei sind sie völlig unterschiedlich. Bei „Expiring Domains“ handelt es sich um Domainnamen die sich in der Löschungsphase befinden, also kurz davor sind zu „droppen“ bzw. frei zu werden und sich im sogn. „pending delete“ Status befinden (sie wurden also noch nicht gelöscht!).

Achtung: Bei .de Domains lässt sich der Konnektivitätsstatus nicht so leicht ermitteln, da diese weder ein „Expiration Date“, noch eine „Pending delete“ Kennzeichnung haben. Hierfür werden eigenentwickelte- oder Drittanbieter Tools benötigt um rechtzeitig herausfinden zu können, ob die Domain wieder frei geworden ist oder nicht. In diesem Fall werden in regelmäßigen Abständen die Nameservereinträge der Domain überprüft. Meistens nach dem DNS Zone Update bei der Denic, welches alle 2 Stunden erfolgt. Weisen die Nameservereinträge plötzlich den Status „Fehlerhaft“ auf, so kann man davon ausgehen, dass die Domain gelöscht wurde.

Bei CNOBI (com/net/org/biz/info) Domains kann man diese Phase genauestens verfolgen und so in etwa einschätzen, in welchem Zeitfenster die Domain wieder frei wird. Die ICANN hat zu diesem Vorgang (Lebenszyklus einer Domain) eine Infografik veröffentlicht:

Bei Expired Domains handelt sich es im Gegensatz dazu um Domains, welche die Löschungsphase bereits durchlaufen haben und wieder freigeworden sind. Hier besteht also noch die Chance eine gute Domain von Hand zu registrieren, sofern man schnell genug ist. In den Expired Domains Listen gibt es gelegentlich durchaus noch registrierungswürdige Domains, doch die richtig „dicken Fische“ mit zahlreichen .edu und .gov Backlinks etc. wird man nach dem „großen Fressen“ wohl nicht mehr so leicht ergattern können.

Wie findet man Expiring- & Expired Domains?

Im World Wide Web kursieren tagtäglich tausende von frischen Datensätzen mit Expired & Expiring Domains. An diese Listen gelangt man in der Regel unter Zuhilfenahme diverser Onlinedienste – sogenannte Expired / Expiring Domain Services. Davon gibt es etliche im Internet, teils kostenlos, teilweise auch kostenpflichtig. Ich möchte hier jedoch keinen bestimmten nennen, sondern vielmehr darauf eingehen was es vor der Registrierung zu beachten gilt, sofern man denn ein passendes „Schmuckstück“ gefunden hat.

Grundsätzlich soll aber eines gesagt sein. Die wirklich guten Expiring Domains, egal ob unter der Domainendung .de oder CNOBI, werden sich zu 90,9% (und ich sage bewusst 90,9% – näheres dazu später) nicht von Hand registrieren lassen, denn das kostet schlichtweg zu viel Zeit – und bis der manuelle Registrierungsprozess durchlaufen wurde hat bereits ein anderer zugeschlagen. Klappen könnte es entweder mit Hilfe eines eigenen Domain-Snapping Tools oder über einen sogn. „Backorder Service“ wie etwa snapnames.com oder pool.com – diese sind mitunter die weltweit größten Anbieter wenn es um die Registrierung wieder freigewordener Domains geht. Der ganze Prozess findet also automatisiert in Sekundenschnelle statt, da kommt kein Mensch hinterher.

10 goldene Regeln die es bei gelöschten Domains zu beachten gilt!

Ich muss gestehen, die Einleitung ist ein bisschen länger ausgefallen :) doch nun möchte ich zum eigentlichen Thema übergehen, welches auch der Anreiz für meinen Beitrag war. Im Folgenden möchte ich die meines Erachtens nach 10 wichtigsten Kriterien festhalten, welche es vor der Registrierung einer Expired Domain bzw. vor dem Snappen einer Expiring Domain zu beachten gilt, diese wären:

1 :: Domain/IP-Pop
2 :: Domainalter (vergleiche Whois Creation Date & Geburtsjahr lt. Archive.org)
3 :: Linkprofil-Analyse
4 :: Linktexte / Anchor-Text
5 :: URL/Permalink Struktur
6 :: Verlinkte Seiten (Linked Pages)
7 :: PageRank Check
8 :: Content (Thema & Sprache)
9 :: Server Standort
10 :: Markeneintragungen

1. Domain/IP-POP von Expireds

Die Domain/IP-Popularität von gelöschten Domains ist mit Abstand wohl der wichtigste Grund dafür, warum Expireds so heißbegehrt sind. Je höher die Anzahl der eingehenden Backlinks von unterschiedlichen Domainnamen ist, desto werthaltiger bzw. qualitativer ist auch die Webseite. WICHTIG: Ein besonderes Augenmerk sollte hier natürlich auf die IP-Popularität der jeweiligen Domain gelegt werden, sprich wie viele unterschiedliche IP-Adressen auf die Domain verweisen! Grundsätzlich gilt: Jede Domain wird auf einem bestimmten Server gehosted, der wiederum über eine individuelle und einzigartige IP-Adresse verfügt. Oftmals kann es jedoch vorkommen, dass man auf eine Expired- oder Expiring Domain mit einer hohen Anzahl an Backlinks stoßt, welche allerdings zum Großteil aus demselben (Link-)Netzwerk stammen werden, d.h. die IP-POP ist sehr niedrig.

In der Praxis lassen sich derartige Szenarien häufig bei Domainhändlern, oder auch bei schlecht konzipierten (altgebackenen) Satellitenprojekten vorfinden, denn die Betreiber derartiger Projekte hosten Ihre Domains i.d.R. bei ein, zwei oder drei Providern und verlinken die einzelnen Domains dann untereinander, um auf das Domainportfolio und die weiteren Verkaufsangebote (auch SEO-Angebote) aufmerksam zu machen. Lässt sich eine Domain nur schwer verkaufen oder vermarkten wird sie gelöscht und landet im Nachgang in den Dropping Domains Listen. Häufig wird dann eine hohe Backlink Anzahl angezeigt wovon man sich auf den ersten Blick schnell täuschen lassen kann!

2. Ermittlung des Domainalters

Eines der wichtigsten Merkmale von Expired/Expiring Domains ist das Domainalter. Hierbei sollte zwischen dem Registrierungsdatum einer Domain (Whois Creation Date) und dem in Archive.org verzeichneten Domainalter (erstmaliges Auffinden durch einen Crawler) unterscheiden werden. Deutlich wichtiger ist hier das Domainalter lt. Archive.org, denn dieses lässt darauf schließen, dass die Domain schon mal projektiert war- und demzufolge auch bei Google indiziert wurde – d.h. Google die Domain bereits kennt.

Auch hier ist Vorsicht geboten: Vor dem Registrieren oder Snappen sollte man unbedingt die beiden Angaben Whois- & Domain Creation Date vergleichen. Sehr häufig wird man feststellen, dass die beiden Angaben unterschiedlich sind, sprich das Domainalter z.B. 1999- und das Whois Creation Date 2009 ist. Im Regelfall wurde die Domain schon mehrmals gelöscht und wieder registriert (deshalb auch die frischen Whois Daten). Ist dies der Fall, sollte man unbedingt die Linktexte akribisch überprüfen, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit könnten Spammer am Werk gewesen sein!

3. Analyse des Linkprofils

Was vor der Anschaffung einer gelöschten Domain ebenfalls eingehend geprüft werden sollte ist das bestehende Linkprofil, sprich Art und Qualität der Backlinks, z.B. ob es sich um Image-Links, Textlinks, Follow/Nofollow Links sowie Footer-, Blogroll-, oder Content-Links handelt. Wie immer gilt: Die Mischung machts! Letzten Endes werden Expired Domains meist mit der Hoffnung / Erwartung registriert, dass die Backlinks so lange wie möglich Bestand haben bzw. erhalten bleiben.

Weist eine Domain beispielsweise überwiegend Footer- und Blogroll Links auf, sollte man besser die Finger davon lassen, da die Backlinks mit großer Wahrscheinlichkeit über kurz- bis mittelfristig von den Webseitenbetreiben entfernt werden (es wird bemerkt, dass die Domain in fremden Händen ist). Gleiches gilt auch bei Nofollow Links: Weist eine Expired viele NoFollow Links auf, sollte man einen genauen Blick auf die linkgebenden Seiten werfen. Häufig ist dies ein Indiz dafür, dass ausgiebiger Kommentar-SPAM betrieben- und die Domain demzufolge „verbrannt“ wurde. Eine erneute Registrierung lohnt sich dann meistens nicht mehr, unabhängig davon, ob sich noch ein paar schöne .gov oder .edu Links finden lassen.

4. Linktexte / Anchor-Texte von Expireds

Meines Erachtens nach sind die Linktexte mitunter die beste Möglichkeit, um eine Expired mit möglichst wenig Zeitaufwand als brauchbar/unbrauchbar einzustufen. Anhand derer lässt sich am schnellsten bestimmen, ob eine Domain in den Händen von Spammern war oder nicht. Sehr häufig stößt man zwar auf Domains mit vielen Trust-Links, sprich .edu .gov und Wikipedia Links, welche allerdings nichts mehr Wert sein werden sofern in den weiteren Linktexten Begriffe wie „Buy Cheap Viagra…[]…Cialis Online“ oder anderweitig unseriöse Keywords auftauchen. Hier heisst es dann direkt abhaken und weitersuchen, schade um die Domain!

5. & 6. Permalink Struktur & Linked-Pages von Expireds

Die beiden Kriterien habe ich direkt zusammengefasst, da sie zwangsweise auch zusammengehören. Neben den ganzen oben genannten Punkten sollte stets ein Blick auf die ursprüngliche Permalink-Struktur der Domain geworfen werden. Eine organisch auf natürlichem Wege gewachsene Domain verfügt im Regelfall nicht nur über Backlinks die auf die Startseite-, sondern auch über Deeplinks welche auf diverse Unterseiten verweisen. Wer eine gelöschte Domain wieder in’s Leben rufen möchte, dem sollte klar sein, dass er die bestehende Permalink Struktur 1:1 nachbilden muss um die gesamte Linkpower, Trust & Co. weitgehend zurückholen zu können.

Es gibt natürlich auch noch andere Lösungsansätze, so dass man bei einer Expired mit bspw. besonders abstrakten Permalink-Strukturen wie etwa „domainname/library/1y1404zt(v=vs.80).aspx“ einzelne Weiterleitungen auf die Hauptseite- oder neu angelegte Unterseiten vornehmen kann. Einige handhaben es teilweise sogar so, dass die gesamte Domain per 301 Redirect auf das Hauptprojekt oder eine Satelliten-Seite umgeleitet wird. Als kurzfristig gesehene SEO-Maßnahme ist die Sache mit der Umleitung sicherlich ein netter Lösungsansatz, mit Nachhaltigkeit hat es meiner Meinung nach allerdings nichts mehr zu tun.

Grundsätzlich gilt: Die URL/Permalink Struktur einer Expiring/Expired Domain ist völlig irrelevant, sofern keine Backlinks darauf gesetzt wurden! Sollten also noch aktive Verlinkungen zu Unterseiten bestehen, solle man diese im Idealfall auf der Webseite nachbilden damit die Links nicht auf eine Error 404 Seite führen, was sich wiederum negativ auf das Ranking bzw. das gesamte Projekt auswirken wird.

7. PageRank Check einer Expired/Expiring Domain

„Die Augen essen mit“ – Das Sprichwort gilt auch bei Domains bzw. Internetprojekten! Im Grunde genommen wissen wir alle, dass der PageRank einer Domain nichts (mehr) über die tatsächliche stärke eines Projektes (Trust, Sichtbarkeit, Besucherzahlen & Co.) aussagt. Vor wenigen Jahren wurde diesem noch eine hohe Gewichtung bei der Wertermittlung beigemessen, doch inzwischen ist hinlänglich bekannt dass der PR lediglich noch „Kosmetik“ ist und keinesfalls bestimmend für den Wert eines Backlinks, geschweige denn eines gesamten Projektes sein kann. Er ist lediglich noch eine von vielen Variablen „X“ die zu den Qualitätskriterien einer Webseite hinzukommen.

Aufgrund dessen kann ich bei der Suche nach guten Expired Domains nur davon abraten, den PageRank als wichtiges Such-/Auswahlkriterium zu berücksichtigen. WICHTIG: Auch hier muss wieder zwischen Expired und Expiring Domain unterschieden werden!

Während eine Expiring Domain, also eine Domain die sich in der Löschungsphase befindet meist noch den tatsächlichen (Live-)PageRank aufweist, sieht es bei einer Expired Domain hingegen, welche bereits vor Wochen oder gar Monaten gedropped ist ganz anders aus, denn in diesem Fall wird der PageRank gar nicht mehr angezeigt.

Mein Tipp daher: Egal ob nun Expired- oder Expiring Domain, die einzelnen linkgebenden Seiten sollten vor dem registrieren oder snappen immer manuell überprüft werden! Das mag zwar deutlich aufwendiger sein, doch nur so können Fake-PRs definitiv ausgeschlossen werden.

8. Content (Thema & Sprache) von Expireds

Im Grunde genommen ist nichts leichter als die ursprüngliche Sprache- sowie den Content einer Expired Domain zu ermitteln. Dazu reicht (in der Regel) ein kurzer Blick auf Web.Archive.org.

Im besten Fall lässt sich ein Großteil der ursprünglichen Seiteninhalte finden und somit wiederherstellen, sollte die Domain jedoch nicht verzeichnet sein, erhält man zumindest über die Anchor- bzw. Linktexte einen Hinweis auf die ursprüngliche Sprache.

Erschreckend häufig scheint es bei vielen Webmastern, Domainern und SEOs eine gängige Methode geworden zu sein, Expireds aus x-beliebigen Ländern, ungeachtet der ursprünglichen Sprache & Themen innerhalb weniger Minuten zu projektieren. Und das Rezept heißt: WordPress inklusive kostenlosem Theme installieren, überteuerte Artikelplätze verkaufen und ab geht die Post bzw. Linkschleuder! Geworben wird dann u.a. mit dem hohen Domainalter, dem PageRank und dem vermeintlichen Trust bei Google usw. usf.

Ich denke jeder der sich als „guter SEO“ bezeichnen würde (SEOs sind ja meist recht selbstüberzeugte Gesellen :) ) und schon das ein oder andere Qualitäts-Update mitgemacht hat sollte wissen, dass er sich hier auf sehr dünnes Eis begibt. Das gilt für den Betreiber der Domain und für den „Linkkäufer“ gleichermaßen.

In Bezug auf den Linkkauf von minderwertig projektierten Expireds kommt bei mir – und ich denke bei jedem gesund denkenden auch – folgende Frage auf: Wie lange werden die Links positiv von Google gewertet werden? Oder haben sie womöglich keinerlei Wirkung? Und was passiert wenn Google die Links über mittel- bis langfristig abwertet, oder gar die komplette Seite aus den Suchmaschinenergebnissen verbannt?

Gerade durch die Entwicklung der letzten Monate wurde die SEO Szene im Gesamten betrachtet zwangsweise in eine höhere Bewusstseinsebene katapultiert. Wir erinnern uns – um einen Ausschnitt zu nennen – an die Ereignisse zu Beginn des letzten Jahres:

Google: Endgültiges aus für Linknetzwerke? Nach der Abmahnungswelle folgt nun die Abstrafungswelle!
http://www.muenchnermedien.de/google-endgueltiges-aus-fuer-linknetzwerke

Google’s neues Webspam Maskottchen Penguin erobert die SERPs..
http://www.muenchnermedien.de/googles-neues-webspam-maskottchen-penguin-erobert-die-serps

Damals häuften sich die Schlagzeilen verhältnismäßig stark, vermeintliche Skandale kamen auf, Anschuldigungen der SEOs / Webmaster untereinander, und auch das Geschrei der Linkkäufer war hoch…. Doch wer hatte Schuld? Meiner Meinung nach niemand, denn jeder sollte wissen worauf er sich einlässt, und die Verantwortung liegt wie so oft bei jedem selbst!

Die Maßstäbe an eine langfristig gut rankende Webseite – und auch die Qualitätsrichtlinen im Gesamten (insbesondere Hinsichtlich der Überprüfung und Erkennung von Verstößen) sind spürbar gestiegen, so dass es auch bei der Projektierung von Expireds unerlässlich ist, großen Wert auf Nachhaltigkeit (Sprache mit inbegriffen) zu legen.

Ich lasse das Horrorszenario der Linkschleuder einfach mal außen vor und beschränke mich auf das Wesentliche: Eine englischsprachige Domain, mit einem Serverstandort in den USA und dem Thema „Schiffe“ sollte im Idealfall auch 1:1 so wiederhergestellt werden, d.h. Hosting in den USA, möglichst themenrelevante Inhalte erstellen und einpflegen – und das ganze natürlich in englischer Sprache! Alles andere könnte man als „Zocken“ bezeichnen, denn wie Google beispielsweise eine ursprünglich englischsprachige Webseite mit plötzlich deutschen Inhalten in der Gegenwart- vor allem aber in der Zukunft bewerten wird kann niemand sagen. Eine Musterlösung gibt es nicht, ich denke es hängt sehr stark vom Projekt selbst ab (also wie es aufgezogen wurde) UND ob weiterhin neue Backlinks dazukommen oder nicht…

9. Server Standort

Bei Webseiten werden selbstverständlich nicht nur die Inhalte überprüft, sondern auch die WHOIS Daten, sprich Inhaber- Nameservereinträge & Co.! Ändern sich die Inhaberdaten der Domain, wird es ohnehin nicht unerkannt bleiben, d.h. Google erkennt ganz klar dass die Domain einen neuen Besitzer hat. Genauso wie es ersichtlich sein wird, dass die Domain gelöscht und erneut registriert wurde. Im Grunde genommen alles.

Man sollte sich diesbezüglich also nicht allzu verrückt machen, sofern man allerdings die Möglichkeit hat, den Willen aufbringt und bereit ist den entsprechenden Aufwand zu betreiben um den Server-Standort zu ermitteln, der hat natürlich einen Risikofaktor weniger auf seiner Liste. Herausfinden kann man die IP-History zum Beispiel über http://whois.domaintools.com/ – einen kostenlosen Anbieter der diese Daten zur Verfügung stellt wüsste ich jetzt auf Anhieb nicht, über einen kurzen Hinweis wäre ich daher sehr dankbar.

10. Markeneintragungen

Zu guter Letzt wäre da noch das Thema Markeneintragungen. Grundsätzlich empfiehlt es sich bei jedem Begriff & Domainnamen eine kurze- oder im Zweifelsfall sogar sehr ausgiebige Recherche durchzuführen. Das Thema „Marken“ ist an und für sich schon äußerst komplex und individuell, so dass ich in diesem Artikel nicht weiter darauf eingehen werde. Wer allerdings vorbeugend handeln und sich keine Abmahnung einfangen möchte, sollte in jedem Fall z.B. hier: http://register.dpma.de/DPMAregister/marke/uebersicht oder hier: http://www.wipo.int/romarin vorbeischauen.

Abschließend sei gesagt…

„Suchmaschinenoptimierung ist nur so lange gut, wie sie von Google nicht als solche erkannt wird.“

Konkret bedeutet das: Solange der Google Algorithmus oder gar das Webspam-Team nicht darauf aufmerksam werden, dass aktiv- und bewusst an den SERPs geschraut wurde, solange werden die SEO-Maßnahmen auch greifen bzw. funktionieren. Für den Domaininahber bedeutet dies, dass er weiterhin seine Artikelplätze, Presellpages, BlogRoll-Links usw. verkaufen- und der Linkkäufer nachwievor seine Rankings verbessern kann. Wie lange das noch funktionieren wird erfahren wir wohl erst dann, wenn es nicht mehr funktioniert.

7 Kommentare

  1. Hallo Nikolay!

    Sehr gepflegter Beitrag, gratuliere! Jetzt noch einen Beitrag wie mann Expired Domains Projektieren könnte 😉

    Kann Deine 10 Punkten nur mit Ja beantworten obwohl der Traffic von einer Expired Domain für mich auch sehr wichtig ist als (Ver)Kauf Argument.

    Das Expired Domains in die Zukunft nicht mehr Funktionieren glaube ich selber weniger, weil ich nicht denke das Domains nur 1 x durch eine Person registriert werden kann. Auch hier wird es immer Möglichkeiten geben, und was ist Falsch an Satellite Seiten für Dein eigenes Projekt? Meine Meinung nach überhaupt nichts WENN du es nicht übertreibst ;)!

    Danke für Dein Beitrag und liebe Grüsse aus Baden bei Wien
    (SEO) Leo
    Snap.at – Expired Domains 😉

    1. Servus Leo!
      Vielen Dank für Dein Feedback. Auf das Thema „Projektierung“ einzugehen wäre sicherlich eine gute Idee für den nächsten Artikel, allerdings dauert das immer seine Zeit, das Thema ist doch relativ komplex und ich muss mich dabei schon sehr zusammenreißen nicht allzu weit auszuholen :) Das ganze noch neben der alltäglichen Arbeit zwischenzuschieben, ohjeee 😀

      Aber eine gute Idee wäre es wirklich! eine Expired aus dem Portoflio zu nehmen, dann projektieren, und nach einem angemessenen Zeitraum analysieren. Die Gesamtdaten / Dokumentation könnte ich dann hier veröffentlichen.

      Expired Domains für eigene Satellitenseiten zu nutzen, darin sehe ich gar kein Problem.

      Was mich am meisten stört, und das findet man leider noch sehr oft, sind diese 0815-hochgezogenen Expireds die als Linkschleuder dienen. So verlockend es auch sein mag, aber es ist nicht gerade verantwortungsvoll, Kunden mit derartigen Backlinks zu versorgen. Was passiert wenn Google auch hiergegen massiver vorgeht? Ich sehe es jetzt schon kommen, wie das Inferno durch die SEO Szene rauscht ^^ Aber das will momentan wohl noch keiner hören….

  2. Servus,

    mache grade einen Test mit Expired Domains – Teste 301 und projektierte Expired Domains.

    Werbung: Wenn jemand Expired Domains braucht, hätte da so einige im Angebot. Kostengünstig natürlich.

    Grüße

    Dennis

  3. Daniel B.

    Hallo Herr Nikolov,

    Sie haben eine tolle SEO Abhandlung über expired-domains geschrieben. EIne kurze Frage, wissen Sie in wie weit es strafbar bzw. im sinne des Copyright ist texte aus Wayback zu kopieren von abgelaufenen Domains? Für die eigentlich seite oder andere Seiten?

    Diese Frage stellt sich gerade bei mir und würde eine gut Abhandlung geben.

    MfG
    Daniel

    1. Hallo Daniel! Sobald ein Text verfasst wurde besteht automatisch ein Urheberrecht seitens des Verfassers. Auch wenn dessen Werke / Texte / Webseiten nicht mehr online sind verfallen diese Urheberrechtsansprüche NICHT. Es ist daher immer mit einem Risiko verbunden und schlussfolgernd verboten. Vielleicht machst Du es bei 10 Domains und nichts passiert, aber bei der 11ten kracht es dann. Die Gefahr besteht also immer. Am besten die Inhalte thematisch weitgehend wiederherstellen und die Textinhalte komplett selbst verfassen – so, dass kein Urheberrecht verletzt wird. Dann stellt sich allerdings die Frage, ob Du nicht mit der Registrierung der gelöschten Domain bereits Urheber- bzw. Markenrechte verletzt hast. Eine sehr individuelle Angelegenheit die im Zweifelsfall nur der Anwalt absegnen / klären kann – ich an dieser Stelle kann und will Dir da keine Rechtsberatung geben.

      LG
      Nikolay

  4. Sven

    Gerade mit einem Expired Profi unterhalten, er meinte die Domain die ich gefunden habe, sei zu alt, da nicht mehr von Google indexiert. Ist das wirklich so oder kann ich sie nach 1 Jahr De-Indexierung wieder beleben? 😉

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