Google’s neues Webspam Maskottchen “Penguin” erobert die SERPs..

Das aktuelle Webspam Algorithmus Update von Google hat nun einen offiziellen Namen erhalten: Penguin! Der Name mag zunächst zwar ganz nett klingen und ähnlich wie bei dem “Panda Update” mit etwas “niedlichem” assoziiert werden – für viele Webmaster und SEOs bedeutet es jedoch bitterer Ernst!

Google Penguin Webspam Algorithmus Update

So what happened?

Nach den etlichen Algorithmus-Neuerungen der letzten Wochen und Monate, welche im Zuge des “Panda Updates” eingespielt- und vielen Webseitenbetreibern zum Verhängnis geworden sind, schwappt seit Beginn dieser Woche nun eine “weitere Angriffswelle” in die Deutschen SERPs: Gemeint ist das gegenwärtige “Penguin Update”, auch Qualitäts-Update genannt, welches die Suchergebnisseiten insbesondere bei hochfrequentierten Keywords teilweise komplett neu aufgemischt hat. Wie Johannes Beus, Gründer und Geschäftsführer von Sistrix in dem Blogposting “Qualitäts-Update: erste Überlegungen, weitere Daten” stichprobenartig festgehalten bzw. veranschaulicht hat, sind zahlreiche Websites buchstäblich “auseinandergenommen” worden – mit Sichtbarkeitsverlusten von über 90%! Quantitativ betrachtet sind zwar lediglich 3% aller Suchanfragen betroffen, in Anbetracht dessen, dass es besonders starke bzw. bekannte Projekte getroffen hat, sind die “gefühlten Ausmaße” deutlich höher.

Gründe für die SERP-Bereinigung(en)?!

Nach dem sich die SEO-Branche im Gesamten anfangs noch recht uneinig über die “Penalty-auslösenden Faktoren” (Paid Link Penalty, Linknetzwerk Penalty usw.) war, scheint nun Licht ins Dunkel zu kommen. Das mittlerweile relativ hohe Volumen an auswertbaren Daten scheint ein Großteil der SEOs auf einen gemeinsamen Nenner gebracht zu haben, Stichwort: Ankertext-Penalty! Julian Dziki von Seokratie spricht sogar von einem “sehr einfachen Update“. “Einfach” dahingehend, dass es zur Erlangung konkreter Rückschlüsse keiner wissenschaftlichen Doktor-Arbeit bedarf, sondern simple Faktoren ausschlaggebend für die Abstrafungen waren. Faktoren, die nichts neues-, sondern seit Jahren in den Google Richtlinien für Webmaster fest verankert sind und die Basis für eine nachhaltige Suchmaschinenoptimierung bilden (sollten).

Bei 90% der Webseiten griff der Anchortext-Penalty ein

Johannes Beus hat die Backlink-Profile der abgestraften Webseiten genauer unter die Lupe genommen und kommt zur Schlussfolgerung, dass ein Großteil der penaltisierten Webseiten “eine überraschend hohe Konzentration an „harten“ Money-Keywords in den Top-Linktexten aufweist.” Letzten Endes fallen 90% der analysierten Webseiten diesem – aus Google-Sicht” neuen(-verbesserten) Bewertungskriterium zum Opfer.

Die restlichen 10%….

Bei den verbleibenden 10% scheint wohl der “Spekulationstopf” der vergangenen Wochen zugeschlagen zu haben, sprich gekaufte Links, Rankingverluste durch entwertete Backlinks aus Linknetzwerken, Over-Optimization etc. pp… Lars Nutzenberger hat die unterschiedlichen Penalty-Faktoren in einem äußerst lesenswerten Artikel “Der Pinguin ist Schuld” noch mal zusammengefasst und kommentiert.

Fazit: Das Ende der Geschicht, “nur noch SEO” lohnt sich nicht

Wer trotz der bisherigen Erkenntnisse immer noch der Meinung ist, ein Projekt ausschließlich mit altbewährten SEO-Praktiken langfristig unter die Top-Platzierungen bringen zu können, hat sich gewaltig geschnitten. Der Begriff “SEO” sollte meiner Meinung nach einer definitionstechnischen Generalüberholung unterzogen werden, denn “Suchmaschinenoptimierung” setzt sich längst nicht mehr aus leicht manipulierbaren On- oder OffPage-Faktoren zusammen, sondern bezieht verstärkt auch die Benutzer einer Webseite mitein – um die sich letzten Endes ja alles drehen sollte – und nicht um Adsense-Anzeigen, Affiliate-Links, Einnahmen, Conversion-Raten usw.!

Für Google wird es schlichtweg immer einfacher zu erkennen sein, ob eine Webseite benutzerfreundlich ist und hinsichtlich des Contents auch Qualität und damit verbunden einen Mehrwert für die Benutzer bietet. Minderwertige Webseiten werden langfristig gesehen nicht nur durch ihre auffälligen Backlinks oder den Anchortexten als “Spammer” entlarvt werden, sondern insbesondere durch die durchschnittliche Besuchszeit, der Absprungrate, den Social-Media Faktoren und den vielen neu eingeführten-, User-orientierten Bewertungskriterien.

Hauptkeyword der Keyworddomain kurzzeitig komplett weggebrochenWie sehr die letztgenannten Kriterien inzwischen an Bedeutung gewonnen haben durfte ich jüngst an zwei privaten Projekten, welche unter Keyworddomains betrieben werden, erfahren: Vor den letzten Algo-Updates pendelten die Projekte über Monate hinweg zwischen Platz 1 und 3. Letzte Woche waren die Domains augenscheinlich komplett aus den SERPs verschwunden – fast keine Besucher mehr! Aus SEO-Sicht hätte ich die beiden Projekte fast schon freiwillig in den Filter geschmissen; um den Linkaufbau hatte ich mich seit Monaten nicht mehr gekümmert – und die bereits vorhandenen Links waren auch nicht das Gelbe vom Ei.

Was hat die Projekte gerettet? CONTENT!!!
Davon gehe ich jedenfalls stark aus, denn einen anderen Grund könnte ich mir nicht vorstellen. Es waren wohl die regelmäßig veröffentlichten Artikel, mit denen Google letzten Endes besänftigt werden konnte.

Nachtrag am 29.04.2012

Was ich in meinem Posting außer Acht gelassen habe und daher definitiv noch erwähnt werden sollte ist die SERP-Return-Rate: Hierbei handelt es sich um die Rückkehrrate der Besucher zu den organischen Suchergebnissen.

Exemplarisches Szenario: Ein User gibt einen bestimmten Suchbegriff bei Google ein, klickt die Landing-Page der Webseite-XY an und kehrt unmittelbar danach zu den Suchergebnissen zurück um seine Suche fortzuführen. Im Gegensatz zur Absprungrate sowie den Seitenimpressionen etc. werden diese Daten, sprich die SERP-Return-Rate, natürlich nicht in Google Analytics erfasst. Google selbst könnte diesen Faktor jedoch mit Leichtigkeit in die Bewertung einer Webseite miteinfließen lassen. Womöglich könnte dieses Kriterium ausschlaggebend für die gegenwärtigen Abstrafungen und Rankingverluste vieler Websites sein.

1 Kommentar

  1. Astrid Radtke says:

    Kurz gesagt: Geldverdienen ist mit Arbeit verbunden und Qualität kommt vor Quantität. Eigentlich mal einer schöner Anspruch eines Großkonzerns :)
    Erfolg ist also doch noch mit Fleiß verbunden.

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